Falknerei

Falknerei oder besser gesagt die Beizjagd ist Jagd mit einem abgetragenen Greifvogel auf freilebendes Wild.

Ziel der modernen Falknerpraxis ist es, den Beizvogel gleich einem Wildvogel fliegen und jagen zu sehen. Daher muß er in optimaler Kondition und höchster möglicher Motivation gehalten und geflogen werden.


Zur Beizjagd verwendete heimische Greifvögel:

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Habicht

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Steinadler

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Wanderfalke

Die Beizjagd von der Faust
Bei dieser Jagdart wird der Vogel von der Faust des Falkners an Wild gebracht. Nachdem der Beizvogel jagdfertig gemacht wurde, wird der Hund zur Suche geschnallt. Steht der Hund Wild vor, so wird es von Falkner herausgetreten . Wichtig ist es, daß der Falkner sich ideal positioniert, damit der Beizvogel den optimalen Überblick hat und im richtigen Moment abspringt und die Beute verfolgt und schlägt. Der Falkner muß nach dem Springen des Vogels diesem nachlaufen, um ihn unterstützen zu können. Gebräuchlich für diese Jagdart sind die Vögel vom niederen Flug wie Habicht, Steinadler, Harris Hawk oder Rotschwanzbussard auf Wild wie z.B. Kaninchen, Hase, Ente, Fasan, etc.

Die Beizjagd aus der freien Folge
Die Beizjagd aus der freien Folge wird in deckungsreichem Gelände oder im Wald ausgeübt. Sie wird hauptsächlich auf Kaninchen, Hasen, Fasane und Enten mit einem Stöberhund angewandt. Der Falkner geht dabei durch das Revier und lässt den Hund suchen. Der Beizvogel wird vorher in einen Baum geworfen, folgt nun in den Bäumen nach und stellt sich
über dem suchenden Wild ein. Der Beizvogel hat so einen besseren Überblick und kann das hochgemachte Wild schneller ausmachen.

Die Beizjagd in Kompanie mit dem Harris Hawk
Der Harris Hawk ist ein nichtheimischer Greifvogel, beheimatet in den südwestlichen Teilen Nord- und Mittelamerikas. Er hat im Gegensatz zu anderen Greifvögeln ein ausgeprägtes Sozial verhalten und jagt auch in freier Wildbahn häufig im Familienverband, wobei die Vögel unterschiedliche Aufgaben wie Treiber oder Fänger übernehmen. Bei der Beizjagd auf Hase oder Kaninchen wird dieses Verhalten genutzt und mit mehreren Vögeln gleichzeitig auf das Wild gebeizt. Werden
Vögel in Kompanie geflogen, so müssen sie vorher ausreichend aneinander gewöhnt worden sein.

Die Beizjagd mit dem Faustfalken
Sie wird spontan aus der Haube heraus auf sichtbares, flüchtendes Wild ausgeübt (z.B. Krähen oder Möwen). Bei der Krähenbeize nähert sich der Falkner mit dem verhaubten Falken auf der Faust den Krähen. Ist er in günstiger Entfernung, werden die Krähen zum Auffliegen veranlasst, der Falke enthaubt und geworfen. Er wird sofort in schnellem Flug anjagen und versuchen, diese zu übersteigen und von oben zu stoßen. Haben die Krähen bereits Deckung z.B. in einem freistehenden Baum angenommen, wird der Falke Stoßangriffe auf die Krähen fliegen. Der Falkner muß unverzüglich seinem Vogel zur Unterstützung nacheilen und versuchen die Krähen aus der Deckung aufzuscheuchen, so daß der Falke zum Erfolg kommen kann. Krähen gelten als sehr wehrhaft und schwierig zu bejagen.

Die Beizjagd mit dem Anwarterfalken
Die Beizjagd mit dem Anwarterfalken gilt als die Krone der Falknerei. Sie wird auf Rebhühner, Fasane und Enten ausgeübt. Voraussetzungen für ein erfolgreiches Anwarten sind das perfekte Zusammenspiel zwischen Falke, Vorstehhund und Falkner. Ziel ist es, den Falken in großer Höhe (>100m) auf nicht sichtbares Wild anwarten zu lassen. Voraussetzung dafür ist ein freies, deckungsarmes und übersichtliches Feldrevier. Steht der Hund Wild vor, wird der Falke enthaubt und freigemacht. Der Falke streicht gegen den Wind ab und beginnt über dem Falkner ringzuholen bis er
seine Anwarterhöhe erreicht hat und sich in eine günstige Position gebracht hat. In diesem Moment hebt der Falkner das Wild und der Hund wird in das Down gerufen. Sofort kippt der Falke ab und beschleunigt durch kurze, harte Schwingenschläge in den Stoßflug. Der Falke stößt dabei in Tropfenform fast senkrecht mit großer Geschwindigkeit auf das flüchtige Wild und schlägt es. Der Falke steilt wieder auf, kippt über die Schwinge ab und stellt sich auf seine betäubte oder bereits verendete Beute.